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Wissen · Hundezucht organisieren

Vorsprung durch DNA-Informationen

Gute Zuchtplanung beruht auf einer Mischung aus Erfahrung, traditioneller Beobachtung und der Nutzung zuverlässiger Tierdaten. DNA-Informationen ergänzen die klassische Bewertung und können nun auch einen Zielkonflikt auflösen, der lange als unvermeidlich galt: Zuchtziele erreichen, ohne dass die Inzucht weiter steigt.

Vorteile durch DNA-Informationen

Bevor direkte DNA-Informationen verfügbar wurden, kam das Wissen zur Paarungsplanung ausschließlich aus Generationen an Beobachtungen: welche Linien was vererben, welche Verbindungen sich bewährt haben, wo eventuell Überraschungen zu erwarten sind. DNA-Informationen ersetzen dieses Können nicht – sie erweitern es und ermöglichen bisher nicht verfügbare Strategien.

Merkmale etablieren und erhalten

Prüfen und Beobachten

Die genaue Kenntnis der einzelnen Linien war die Basis: Phänotyp, Vorfahren, Nachzuchtergebnisse. Erfahrene Züchter konnten daraus ableiten, was eine Paarung bringen könnte. Zweck war es in erster Linie komplexe Merkmale zu verbessern, Inzucht war die Methode der Wahl. Dabei hervorkommende Defektträger wurden ausselektiert.

Gezielte DNA-Tests

Einzelne Anlagen werden steuerbar

Dank DNA-Tests sind inzwischen die häufigsten monogen vererbten Merkmale und Erbkrankheiten adressierbar und Träger rezessiver Erbanlagen können gezielt in Paarungen eingesetzt werden.
Die über Generationen ausgeübte Inzucht hat jedoch in vielen Hunderassen die genetische Vielfalt stark reduziert. Deren Eindämmung ohne genombasierte Bewertungen scheitert an der Realität. Inzucht und genetische Vielfalt →

NEU mit Generatio

Genombasierte Inzuchtsteuerung

Unsere Analytik erfasst direkt das Genom des untersuchten Tieres und ermittelt zuverlässig die Anteile, die von den gemeinsamen Vorfahren stammen. In der Paarungsplanung zeigen wir welche Inzuchtlage bei den potentiellen Nachkommen resultieren würde. Die Wirkung auf die Gesamtlage der Population lässt sich unmittelbar ableiten und durch konsequente Anwendung verbessert sich die Lage.

Komponenten

Die DNA-unterstützte Zuchtplanung beruht auf wenigen Bausteinen, die sich gegenseitig ergänzen. Was Sie davon nutzen, entscheiden die Zuchtziele.

Systematische Probenerfassung

Das zugrunde liegende Probenmaterial sollte erkennbar vorhanden, zuverlässig und leicht archivierbar sein. Ist das gegeben, steht es für spätere Untersuchungen schnell und unkompliziert zur Verfügung – auch für Fragen, die sich erst Jahre später stellen mögen.
Je nach Ausgangslage und Ziel stehen verschiedene Probenmaterialien und Archivierungsoptionen zur Wahl.

Aufbewahrungsbox mit dicht gesteckten EDTA-Blutröhrchen im Probenarchiv des Labors.GOcard-SC-Set zur Tierregistrierung: aufgeklappte Probenkarte, Lanzette, Alkoholtupfer und Versandbeutel.
EDTA-Blut oder GOcard-SC – beide Wege führen zu einer Probe, die archiviert und später erneut genutzt werden kann.

Bei Abstrichtupfern ist nicht erkennbar, ob sie ausreichend Material tragen. Für eine Einlagerung und spätere Analyse ist das zu unsicher. Sie sind aber eine gute Wahl, wenn die Proben gleich nach dem Eintreffen untersucht werden sollen.
Probenahme und Materialien →

Grundlegende DNA-Arbeiten

Die Basis, die jedes Tier bekommen sollte, ist ein DNA-Profil 'Identität' inkl. Inzuchtbewertung; sind die Elterntiere erfasst, kommt der DNA-Abstammungsnachweis hinzu. Der Nutzen reicht über die eigene Zucht hinaus: Auch ein Welpe, der nicht in die eigene Nachzucht geht, wird damit wertvoller, weil Herkunft und genetischer Hintergrund eindeutig belegt sind.

Elternpaar mit vier Welpen; jeder Welpe trägt einen eigenen genomischen Inzuchtkoeffizienten zwischen 14 und 20 Prozent, dargestellt als Balken vor dem Rassendurchschnitt von 18 Prozent.
Rassendurchschnitt g-IK 18 %. Die g-IK-Berechnung zeigt die tatsächliche, individuelle Inzuchtlage jedes Nachkommen, wie sie im Genom realisiert ist. Rechnerisch – wie bisher gearbeitet werden musste – wären alle vier gleich. (Beispielwerte)
Zum Shop-Artikel →

Erweiterte Charakterisierung der Zuchttiere

Sofern für eine Rasse bestimmte DNA-Tests wichtig sind, ergänzen wir diese. Ziel ist hier die Untersuchungen auf die wenigen Tests zu beschränken, die tatsächlich erforderlich sind, weil z. B. eines der Elterntiere ein mischerbiges Trägertier war. So können Nachkommen von 'freien' Elterntieren den Befund 'frei durch Abstammung' bekommen, wenn eine DNA-geprüfte Abstammung gegeben ist. Welche DNA-Tests in welcher Rasse von Bedeutung sind und von uns getestet werden können, erfahren Sie über die Filterauswahl.

Alle DNA-Tests ansehen →

Paarungsbewertungen

Welche Prognose bekomme ich in welcher Kombination? Kandidatenpaarungen werden vor der Entscheidung hinsichtlich ihrer Wirkung bewertet. Welche Anlagen kommen zusammen und wie ist die Prognose für den Inzuchtgrad der Nachkommen. Nicht auf durch unsichere Berechnungen, sondern wissenschaftlich belegt DNA-Informationen.

Verteilungskurve des GIK der Rasse (Mittel 18 %) mit drei Anpaarungskandidaten; darunter Potential-Balken je Kandidat (+17 %, −11 %, −39 %) als Abweichung vom Rassenschnitt.
Kandidaten im Vergleich: erwarteter Nachkommen-GIK und das Potential jeder Anpaarung gegenüber dem Rassenschnitt.

Einstieg und Weiterführung

Die Initialisierung umfasst eine sorgfältige Abbildung des vorhandenen Zuchtbestands. Gerne beraten wir Sie zu den Details. In der Fortführung genügt dann die laufende Erfassung der Welpen sowie der zugekauften Zuchttiere.

Einmalig

Einstieg

  1. ATC-Konto eröffnen. Das Animal Trust Center ist die Plattform, über die Bestellungen, Proben und Befunde laufen.
  2. Zuchtbestand ersterfassen. Die vorhandenen Zuchttiere werden einmalig beprobt und typisiert – die Grundlage für alle späteren Auswertungen und Paarungsbewertungen.
  3. Online-Tierakte je Tier. Zu jedem Tier entsteht eine Akte, in der alle Informationen dauerhaft und sicher hinterlegt sind. Nichts kann verlorengehen, und ist jederzeit abrufbar. Beim Wechsel des Besitzers kann eine Tierakte samt Befunden übertragen werden.
Laufend

Weiterführung

Hier konzentrieren wir uns auf die Proben der Welpen sowie der von extern hinzukommenden Zuchttiere. DNA-Typisierungen erfolgen nach Bedarf.

Baustein Archiv

Die Probe wird sicher hinterlegt und bleibt aktivierbar. Im Anschluss kann jederzeit die passende Untersuchung veranlasst werden.

Baustein Analysen

Die Probe wird im selbst bestimmten Umfang untersucht: vom DNA-Profil mit Inzuchtbewertung bis zu ausgewählten Tests auf Erbkrankheiten und Eigenschaften.

Zuchtorganisation oder ATC-Community

Der Austausch mit anderen Züchtern – über Linien, über Erfahrungen, über das, was sich bewährt hat, ist unersetzlich und wird idealerweise um einen gemeinsamen Pool an Tierdaten unterstützt.
Für diesen Austausch gibt es zwei Wege.

Traditionell

Zuchtorganisationen

Zuchtorganisationen führen das historische Zuchtbuch einer Rasse – oft über Generationen gewachsen bietet es allen Mitgliedern Einblicke in die Bewertungen der zugelassenen Zuchttiere. Darüber hinaus unterstützen sie ihre Mitglieder in vielen Fragen der Zucht und organisieren die äußerliche Bewertung der Zuchttiere. Viele betreiben ihre eigenen Online-Plattformen.

Generatio ist Partner großer Zuchtvereine und integriert seine Arbeiten unmittelbar in deren Zuchtbuchführung: Unsere Programme sichern die Logistik und gewährleisten die Korrektheit der Abstammungen.

DNA-Programme im ATC →
Offen

In der 'Community'

Nicht jeder Züchter gehört einer Zuchtorganisation an – der Wunsch, moderne DNA-Informationen zu nutzen und mit anderen zusammenzuarbeiten, besteht trotzdem. Dafür haben wir die offenen DNA-Programme des ATC eingerichtet: dieselbe Systematik, dieselben Auswertungen und dieselbe effektive Vernetzung.

Wer mitmacht, bringt seine Tiere in einen gemeinsamen Datenbestand ein und kann Paarungen über den eigenen Bestand hinaus bewerten. Ob eigenes privates Netzwerk oder offen für alle – das ATC ist die Plattform.

Offene DNA-Programme ansehen →