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Hyperkaliämische Periodische Paralyse (HYPP Pferd)

Hyperkaliämische Periodische Paralyse (HYPP) wird durch ein fehlgebildetes Kanalprotein in Skelettmuskelzellen verursacht und führt durch fehlerhafte Signalweiterleitung vom Gehirn zu den Muskeln/Organen zu temporären Lähmungserscheinungen.

Die Krankheit kommt beim Quarter Horse und verwandten Rassen vor und wird unvollständig autosomal-dominant vererbt.

DNA-Test:verfügbar im Shop

Symptome

  • Allgemeine Schwäche
  • Periodische Muskelkrämpfe und Lähmungserscheinungen
  • Atemgeräusche
  • Starke Bemuskelung

Allgemeine Information

  • Hyperkaliämische Periodische Paralyse (eng. Hyperkalemic Periodic Paralysis - HYPP) wird durch eine Mutation im Gen für das Natriumkanal-(spannungsgesteuert)-Typ IV-Protein (SCN4A) verursacht.
  • Natriumkanäle sind Ionenkanäle (leiten Ionen in die und aus der Zelle) in der Zellmembran und haben z.B. die Funktion der Signalleitung im Skelettmuskel.
  • Dies ist wichtig für die Übertragung von Nervensignalen zum Muskel, also für die Kontraktion der Muskelzellen.
  • Durch die Mutation sind die Ionenkanäle in ihrer Funktion gestört und somit auch die Muskelbewegung.
  • Verschiedene Schweregrade der Krankheit.
  • Reinerbige Tiere zeigen meist stärker ausgeprägte Symptome als mischerbige.
  • Lebensgefährlich, wenn Herzrhythmusstörungen oder Atemlähmungen auftreten.
  • Zurückzuführen auf den Zuchthengst "Impressive".
  • Anfälle treten häufiger nach Futterumstellungen, Stress oder Transporten auf.
  • Symptome können durch kaliumarme Ernährung (z.B. Vermeidung von Luzernen/Alfalfa im Heu) vermindert werden.

Betroffene Rassen

Quarter Horse, betroffene Rasse für die Hyperkaliämische Periodische Paralyse

Quarter Horse und verwandte Rassen wie Paint Horse und Appaloosa

Beteiligtes Gen

Es handelt sich um die Veränderung eines einzelnen Basenpaares (c.4248C>G) im SCN4AGen.

Test im Shop

Genotyp

Erbgang: unvollständig autosomal-dominant

→ Die Krankheit tritt auf, wenn eine oder beide Kopien des Gens (n/HYPP oder HYPP/HYPP) von der Mutation betroffen sind. Mischerbige Pferde zeigen meistens mildere Symptome als reinerbige Pferde.

Genotypen:

n/n = normal

Das Pferd besitzt keine Anlagen für HYPP und kann diese somit nicht an die Nachkommen weitergeben.

n/HYPP = betroffen (mischerbig)

Die auslösende Mutation wird zu 50% an die Nachkommen weitergegeben. Diese 50% sind ebenfalls betroffen.

HYPP/HYPP = betroffen (reinerbig)

Die auslösende Mutation wird zu 100% an die Nachkommen weitergegeben. Alle Nachkommen sind ebenfalls betroffen.

Empfehlungen für die Zucht

Betroffene Tiere (n/HYPP, HYPP/HYPP) sollten von der Zucht ausgeschlossen werden.

Literatur

Rudolph, J. A., Spier, S. J., Byrns, G., Rojas, C. V., Bernoco, D., & Hoffman, E. P. (1992). Periodic paralysis in quarter horses: a sodium channel mutation disseminated by selective breeding. Nature Genetics, 2(2), 144-147. doi: 10.1038/ng1092-144.

Weitere Informationen sind auf der Webseite: Online Mendelian Inheritance in Animals verfügbar.